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(NW vom 10.11.2012) Diemelstadt wird ab 2013 von Scherfede aus mit Trinkwasser versorgt / 1,3 Millionen Euro investiert.
40 Kubikmeter Wasser pro Stunde können ab 1. Januar 2013 über Grenzen fließen. Über Stadt- und Landesgrenzen: Die Stadt Warburg (Stadtwerke) liefert aus dem Brunnen „Sieben Quellen“ in Scherfede künftig Trinkwasser fürs hessische Diemelstadt. Eine Verbindungsleitung mit einer Länge von 5.400 Metern wurde dafür vom Hochbehälter Scherfede bis nach Rhoden gebaut. Eine Wasseruhr am Übergabeschacht misst die nach Hessen abgegebene Wassermenge. Gesamtkosten für das interkommunale Projekt: 1,3 Millionen Euro.
 Bald geht’s los: Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln (vorn, l.) und sein Diemelstädter Kollege Elmar Schröder (r.) am Übergabeschacht zusammen mit Bauleiterin Jutta Biermann und Projektleiter Michael Rempe, beide Diplom-Ingenieure im Büro Oppermann in Vellmar. FOTO: SIMONE FLÖRKE
800.000 Euro davon trägt die Stadt Diemelstadt, den Rest die Hansestadt Warburg. Die hat die Arbeiten genutzt, um parallel 880 Meter der neuen Versorgungsleitungen für Strom und Wasser in die Straße Trift – mit gut einem Kilometer die längste Straße im Stadtgebiet – zu verlegen. Zum Termin am Übergabeschacht an der Trift brachte Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder seine Unterlagen in einer Warburg-Tasche mit, was Bürgermeister Michael Stickeln mit einem Lächeln quittierte und der Bemerkung, dass die interkommunale Zusammenarbeit doch sehr viele Bereiche umfasse – nicht nur das gemeinsame Bauvorhaben. Hierbei handele es sich aber um einen sehr sensiblen Bereich: „Unser wichtigstes Lebensmittel, das Trinkwasser.“
Das sei geprüft und von sehr hoher Qualität, bescheinigte der Warburger seinem Diemelstädter Kollegen. Dieser erinnerte daran, dass im Rhoder Trinkwasser sehr hohe Anteile an Nitraten festgestellt worden seien (Brunnen aus der Versorgung herausgenommen), im sanierungsbedürftigen Wrexer Brunnen sogar Uran-Werte. Deshalb sei man auf Suche nach sprichwörtlich neuen Quellen gegangen. „Vor der Abnahme der ersten Wassermengen müssen wir unsere Hausaufgaben machen“, sagte Schröder mit Blick auf die laufende neue Kalkulation des Wasserpreises in Diemelstadt.
„Denn wir werden in Zukunft als Stadt an allen Stellen sorgfältiger mit Wasser umgehen müssen, als es bei eigener Förderung bisher der Fall war.“ Deshalb werde man zum Jahresende noch Wasseruhren austauschen und Standrohre für Bauhof, Baubetriebe und Feuerwehr anschaffen, um entnommene Mengen nachhalten zu können. Der Vorteil dieser grenzüberschreitenden Lösung: „Wir bezahlen linear nur das, was wir entnehmen, haben keine anderen Fixkosten für die Wasserentnahme.“ Er sei froh, dass man bei diesem Projekt keinen „großen Staatsvertrag“ benötige, sondern es „per Handschlag und in guter Freundschaft“ mache. Von der „Kooperation auf Augenhöhe“ mit „wechselseitiger Transparenz bei den Zahlen“ sprach auch Michael Stickeln.
Ein Plädoyer für den Wert und die Würde von Trinkwasser hielt Diplom-Ingenieur Michael Rempe vom Ingenieurbüro Oppermann in Vellmar: „Ein Liter für weniger als einen Cent nach Hause geliefert zu bekommen – da ist selbst Bauschutt teurer.“ Er erinnerte an die genehmigungsrechtlichen und geografischen Hürden dieses Projektes, bei dem sowohl hessische als auch nordrhein-westfälische Gesetzgebung beachtet werden musste: So habe man die Bundesstraße 7, die Bahnlinie, den Hammerbach, die Diemel, die Bundesstraße 252 und den Laubach mit der Leitung queren müssen.
Man habe verschiedene Versorgungsmöglichkeiten im Vorfeld geprüft, dann in den Stadtwerken Warburg einen „geeigneten Partner“ gefunden. Das Wasser wird vom 3.000 Liter fassenden Scherfeder Hochbehälter per Versorgungsleitung (stehender Inhalt: 80 Kubikmeter) über die Wasseruhr zum Hochbehälter nach Wrexen geführt und dann mittels Druckerhöhung in den 80 Meter höher liegenden Hochbehälter Rhoden geführt. Zum Jahresbeginn heißt es dann: Wasser marsch.
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