Stadt Warburg

Eine Stadt mit Geschichte

Aus 7000 Jahren

(STW 29.11.2012) Archäologische Neuentdeckungen in Warburg - Ausstellung im Museum im „Stern“ wird verlängert.

Zum Abschluss des Jahres steht im Warburger Museum im „Stern“ die Archäologie im Mittelpunkt einer Sonderausstellung. Unter dem Titel „Aus 7000 Jahren“ werden archäologische Neuentdeckungen der LWL-Archäologie für Westfalen aus den vergangenen drei Jahren vorgestellt.

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Blick über die Reste der 1294 zerstörten Holsterburg auf Warburg

Das Ausstellungsfenster in längst vergangene Zeiten öffnet sich für Themen, Befunde und Funde aus der Steinzeit, aus dem Mittelalter, der Neuzeit und neuen Forschungsmethoden der Gegenwart. Die Ausstellung ist vom 2. Dezember 2012 bis zum 03. Februar 2013 täglich außer montags von 14.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.

In Hohenwepel wurde ein Friedhof aus der Zeit der ersten Bauern, die vor 7000 Jahren in der Börde siedelten, untersucht. Er ist das erste derartige Gräberfeld in Westfalen, das von Archäologen untersucht werden kann.

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Grabung Bestattungsplatz Hohenwepel 2012

Bereits vor Jahrzehnten wurden in Ossendorf mehrere Gräber aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. Den Verstorbenen hatte man Beigaben mitgegeben. Die in den Gräbern entdeckten zweischneidigen Langschwerter, sogenannte Spathen, wurden auf ihre Materialbeschaffenheit und ihr Herstellungsverfahren mit einem neuen Verfahren, der 3D-Computertomografie, untersucht.

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Untersuchung des ehemalige Friedhofs auf der Hüffert

Dass die vor den Toren und Mauern der Stadt gelegene Siedlung Hüffert für die Entwicklung der Stadt Warburg eine ganz besondere Rolle zukommt, war bereits länger wissenschaftlicher Konsens. Nun konnte im Vorfeld der Neubauarbeiten am St. Petri-Hospital systematisch der nördliche Teil der Siedlung und der Friedhofsbereich an der 1622 untergegangenen St. Petri-Kirche aufgedeckt werden.

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Fundstücke von der Hüffert: Zieglerdeckel, in der Hüffertziegelei hergestellt

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Fundstück aus der Holsterburg: Ein Spielzeugpferdchen

Dass sich vor den Toren der Altstadt unter einem Hügel am Holsterbach die Reste einer am Ende des 13. Jahrhunderts zerstörten Burg schlummerten, war allgemein bekannt. Für Aufsehen sorgten allerdings bereits die ersten Untersuchungsergebnisse. Aufgedeckt wurde ein imposantes Beispiel einer Achteckanlage, die man so und hier nie vermutet hätte. Die Burg beeindruckt nicht nur durch ihre aufwendige und kostenintensive Baugestalt, sondern auch durch einen für ihre Zeit ungewohnten Komfort: Sie war mit einem Warmluftheizungssystem ausgestattet.

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Blick auf den Grabungsbereich Holsterburg 2012

Schon immer war vermutet worden, dass die jüdische Gemeinde der Stadt auch über eine Mikwe verfügt haben muss.
Völlig unerwartet wurde ein solches rituelles Tauchbad im Glockengießerhaus aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Es wurde wohl in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt und war weit bis ins 19. Jahrhundert in Funktion.

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Blick auf die Mikwe im Glockengießerhaus

Am 31. Juli 1760 fand unterhalb des Heinbergs die Schlacht bei Warburg statt. Seit Juli 2011 finden dort Untersuchungen statt. Auch sie werden in der Ausstellung dokumentiert.

Unter den in der Ausstellung gezeigten Funden aus den Grabungen sind zum Beispiel Grabbeigaben aus der Zeit der Bandkeramik, ein Spielzeugpferdchen und ein Tric Trac- Stein aus der Holsterburg, Keramik aus der Hüffertgrabung und Material aus dem jüdischen Haushalt des Glockengießerhauses, das zur Verfüllung der Mikwe im 19. Jahrhunderts verwendet wurde.

 
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