Stadt Warburg

Eine Stadt mit Geschichte

Mauerdurchbruch stößt auf Bedenken
(WB 21.01.10) Warburger Planungsausschuss lässt Entscheidung über Bauvorhaben in der Altstadt offen

Mit einem »Jein« hat der Warburger Planungsausschuss am Dienstagabend die Frage beantwortet, ob ein Grundstückseigentümer in der Arnoldigasse eine Mauer durchbrechen darf, um eine Carport-Zufahrt zu schaffen.

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Der Grundstückseigentümer hatte im vergangenen Jahr bereits damit begonnen, Teile der Mauer abzureißen, obwohl er keine Genehmigung hatte. Das Kreisbauamt verfügte einen Stopp. Der Mauerdurchbruch soll etwa 30 Meter entfernt von der Grundstückszufahrt (rechts hinten im Bild) geschaffen werden. Ulrich Schlottmann

Das Gremium lehnte das Vorhaben zunächst ab, signalisierte aber bereits Zustimmung, wenn der Antragsteller detaillierte Pläne vorlegt, in welcher Weise er das entstandene Mauerloch durch ein Tor verschließen will. Mit der Angelegenheit hatte sich in der vergangenen Woche bereits der Bezirksausschuss der  Warburger Kernstadt befasst. Die Mitglieder dieses Gremiums waren zwar grundsätzlich der Auffassung, dass die stadtbildprägenden innerstädtischen Mauern besonderen Schutz genießen sollten, meinten aber zugleich, dass den Eigentümern eine zeitgemäße Nutzung ihrer Grundstücke ermöglicht werden müsse. Als Kompromiss wurde dem Antragsteller aufgetragen, das entstandene Mauerloch durch ein Tor zu verschließen und die Mauerkrone dabei durchgängig zu erhalten. Dabei soll es im Prinzip auch bleiben. Dem Planungsausschuss war die vom Grundstückseigentümer vorgelegte Skizze der Mauer mit Tor allerdings zu wenig aussagekräftig. »Das ist ein sensibler Bereich. Deshalb müssen wir eine detaillierte Planung sehen, bevor wir zustimmen können«, meinte Josef Eilbrecht (CDU) im Verlauf der Beratungen. Bedenken hinsichtlich des Stadtbildes und der Verkehrssicherheit in der schmalen Gasse äußerte Hannelore Ludwig. Liege eine überzeugende Planung vor, könne gegebenenfalls zugestimmt werden, so die SPD-Ratsfrau. Ortsheimatpfleger Josef Juckenath sprach sich gegen den Kompromiss und für den Erhalt der Mauer aus. Der Grundstückseigentümer habe alternative Möglichkeiten, sein Ziel zu verwirklichen, zumal das Parkplatzgrundstück bereits durch eine Zufahrt erschlossen sei. Letztlich lehnte der Planungsausschuss das Vorhaben mehrheitlich ab, will sich in einer der nächsten Sitzungen aber erneut damit befassen. Franz Freitag (CDU) stimmte gegen diesen Beschluss, weil er verärgert darüber war, dass der Planungsausschuss nicht dem Vorschlag des Bezirksausschusses gefolgt war.


 
KOMMENTAR
Anfangen, Nein zu sagen 

Die Stadt Warburg wirbt gern mit ihrer weitgehend erhaltenen Stadtbefestigung. Wer an den Mauern entlanggeht, entdeckt allerdings eine Vielzahl von Mauerlöchern, die durch mehr oder minder schöne Tore kaschiert worden sind. Selbstverständlich droht keine Gefahr von Angreifern mehr, wie dies im Mittelalter der Fall war, und selbstverständlich muss den Eigentümern im Mauerbereich eine zeitgemäße Nutzung ihrer Grundstücke ermöglicht werden, aber allzu oft hat das historische Stadterbe bei der Suche nach Kompromissen bereits den Kürzeren gezogen. Das gilt mindestens in gleicher Weise für die innerstädtischen Mauern. Weil man in der Vergangenheit nicht konsequent war, fällt natürlich jetzt eine konsequente Haltung umso schwerer. Aber fängt man nicht irgendwann damit an, Nein zu sagen und dabei auch zu bleiben, wird es immer weniger Schützenswertes im Stadtbild geben. Ulrich S c h l o t t m a n n 
 
 
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