| „Wir können keine Kinder herbeizaubern“ |
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(NW vom 26.02.10) Schul-Staatssektretär Günter Winands in Warburg.
Es war ein höchst angenehmer Termin für Günter Winands, den Staatssekretär im NRW-Schulministerium. Den ganzen Tag nahm er sich gestern Zeit, um zunächst mit Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeistern des Kreises, dann mit Warburger Kommunalpolitikern und schließlich mit den Schulleitern der Region aktuelle Probleme zu diskutieren. ![]() Jetzt steht er drin: Bei seinem dritten Besuch in Warburg nahm sich Staatssekretär Günter Winands Zeit, um sich im Beisein von Bürgermeister Michael Stickeln (l.) und dem CDU-Landtagsabgeordneten Hubertus Fehring ins Goldene Buch einzutragen. FOTO: D. SCHELLENBERG
Winands Fazit: „Bei allen Sorgen, die es natürlich gibt, sind die Schulen hier vergleichsweise gut aufgestellt.“ Er verwies beispielsweise darauf, dass die Schulgebäude in einem wesentlich besseren Zustand seien als in vielen Großstädten. „Ein Vorteil auf dem Land sind die kürzeren Wege. Wenn ein Schulleiter ein Anliegen hat, kann er direkt den Bürgermeister anrufen“, sagte Winands. Auch die Zufriedenheit der Lehrer und der Eltern sei spürbar größer, sagte der Staatssekretär mit Blick auf die Warburger Hauptschule, die er nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt besuchte.
Das Lob für die bestehende Schullandschaft nahm Bürgermeister Michael Stickeln gern an. Bei allem Streben, immer noch besser zu werden, sei es gut, gezeigt zu bekommen, dass schon viel erreicht worden sei. Dennoch wurde der Staatssekretär aus Düsseldorf auch mit vielen Sorgen und Nöten der Schulträger und Lehrer konfrontiert. Oben an stand das Thema Schulschließungen durch den demografischen Wandel. „Wir wissen, dass sich der Wandel auf dem Land besonders heftig auswirkt. Wir versuchen alles, um die wohnortnahen Schulen zu erhalten. Aber auch wir können keine Kinder herbeizaubern“, sagte Winands. Er warb dafür, den demografischen Wandel als Chance zu begreifen. Nicht nur, dass Räume für Betreuungen frei würden. Auch kleinere Klassen seien jetzt möglich – dafür wolle die schwarz-gelbe Landesregierung sorgen, in dem sie zumindest für Grundschulen die Schülerhöchstgrenze pro Klasse senke, argumentierte Winands. Außerdem würden keine Lehrerstellen gekürzt, obwohl die Schülerzahl drastisch zurückgehe. Trotz seiner optimistischen Haltung habe der Besuch in Warburg gezeigt, dass in Düsseldorf das Thema neu überdacht werden müsse. „Wir sollten prüfen, ob es langfristig unterschiedliche Regelungen beispielsweise für Mindestgrößen von Klassen für ländliche Gebiete geben sollte“, sagte Winands. |

