Pogromgedenken zum 9. November am Jüdischen Friedhof

Datum:

09.11.2026

Uhrzeit:

18:00 bis 19:00 Uhr

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Erinnern heißt heute auch, nicht wegzusehen, wenn Antisemitismus und Faschismus wieder stattfinden.

Am Montag, 9. November 2026, lädt die Erd-Charta-Ideenwerkstatt Warburg von 18 bis 19 Uhr zu einem öffentlichen Gedenken am jüdischen Friedhof ein. Die abendliche Gedenkveranstaltung richtet sich besonders an Menschen, die am Vormittag arbeiten und nicht an der schulischen Veranstaltung (11Uhr am jüdischen Friedhof) teilnehmen können.

Alle Interessierten sind eingeladen, weiße Kerzen oder Blumen mitzubringen.

Mit Worten und Gedichten wird der Menschen gedacht, die während der Novemberpogrome 1938 verfolgt, misshandelt und durch die Zerstörungen ihrer Lebensgrundlagen beraubt wurden.
„Gerade heute, wo wir mit Schrecken einen anwachsenden Antisemitismus in unterschiedlichen politischen Milieus feststellen, müssen wir unser Erinnern aktualisieren“, formuliert Valeria Geritzen (Erd-Charta-Initiative). Antisemitismus zeige sich, wenn Jüdinnen und Juden kollektiv für die Politik Israels verantwortlich gemacht werden oder in diesem Zuge antisemitische Gewalt gerechtfertigt werde. „Kritik an der Politik Israels ist legitim, sie darf jedoch nicht in Hass auf Jüdinnen und Juden umschlagen“.

Antisemitismus erstarkt in Deutschland: Am 7. Oktober 2023 ermordeten organisierte Hamas-Terroristen bei ihrem Angriff auf Israel mehr als 1.200 Menschen und 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Im selben Jahr 2023 dokumentierte RIAS in Deutschland 4.886 antisemitische Vorfälle, gegenüber 2.610 im Jahr 2022. Die Zahl stieg 2024 dann fast 80% Prozent auf 8.713. Auch 2025 blieb die Zahl mit 8.725 auf diesem sehr hohen Niveau. RIAS dokumentiert antisemitische Vorfälle, nicht ausschließlich Straftaten.

„Wir akzeptieren den neuen Antisemitismus nicht – gleich, aus welchem politischen Milieu er kommt. Und wir akzeptieren nicht, dass das Gedenken an die Shoah instrumentalisiert oder relativiert wird. Erinnerung muss den Opfern gerecht werden und uns dazu verpflichten, jüdisches Leben heute zu schützen“, sagt Valeria Geritzen. Eine herzliche Einladung, gemeinsam zu Erinnern und ein Zeichnen gegen Antisemitismus zu setzen.