Kesting in Daseburg - Eine kleine Ortsgeschichte in Bildern von 1949 bis 1973

Autor/in: Helena Hartmann

Vom 12. Juli bis zum 6. September zeigt das Warburger Museum im „Stern“ die Ausstellung „Kesting in Daseburg – Eine kleine Ortsgeschichte in Bildern von 1949 bis 1973“. Die Präsentation zeigt erstmals den umfangreichen fotografischen Nachlass des Warburger Fotografen Erich Kesting als bildliche Chronik eines einzelnen Dorfes und eröffnet damit einen besonderen Blick auf die Geschichte Daseburgs in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Erich Kesting (1911–1974) begründete 1948 sein Fotoatelier in Warburg und war anschließend für die lokale Presse im gesamten Altkreis Warburg tätig. Dabei entstand ein Nachlass von nahezu 120.000 Negativen, der heute zu den bedeutendsten fotografischen Quellen zur Geschichte des Warburger Landes zählt. Über viele Jahre bildeten seine Aufnahmen die Grundlage der beliebten Ausstellungsreihe „Vor 50 Jahren“, die zahlreiche Besucherinnen und Besucher in das Museum im „Stern“ lockte.

Neue Perspektiven durch die Digitalisierung
Mit der weitgehend abgeschlossenen Digitalisierung des Bestandes eröffnen sich neue Möglichkeiten der Auswertung. Die Ausstellung zu Daseburg verbindet den Kesting-Nachlass mit den erfolgreichen ortsgeschichtlichen Ausstellungen des Museums und nimmt erstmals die fotografische Überlieferung eines einzelnen Dorfes in den Blick.

Alltag und Wandel in Daseburg
Die gezeigten Aufnahmen entstanden zwischen 1949 und 1973. Sie dokumentieren Feste und Feiern, kirchliche Ereignisse, Vereinsleben, Schule, Landwirtschaft und Handwerk ebenso wie Alltagsszenen und Ortsansichten. Zusammen ergeben sie ein vielschichtiges Bild eines Dorfes im Wandel – zwischen Nachkriegszeit, Wiederaufbau und beginnender Modernisierung. Die Fotografien zeigen nicht nur Veränderungen im Ortsbild, sondern vor allem die Menschen, die das Leben in Daseburg prägten.

Die Archivgruppe Daseburg als wichtiger Partner
Möglich wurde die Ausstellung durch die langjährige Arbeit der Archivgruppe Daseburg. Über viele Jahre hinweg beteiligten sich ihre Mitglieder an der Digitalisierung und Erschließung der Kesting-Negative. Insbesondere die von Josef Wertz († 2024) zusammengetragenen Hinweise zu Personen, Ereignissen und Orten bildeten eine wichtige Grundlage für die Identifizierung zahlreicher Aufnahmen. Ergänzende Recherchen in den Lokalzeitungen ermöglichten eine weitergehende Einordnung der Bilder.

Erinnerungen bewahren und Geschichte entdecken
Die Ausstellung lädt dazu ein, Bekanntes wiederzuentdecken, Erinnerungen auszutauschen und die Geschichte Daseburgs anhand authentischer Fotografien neu zu betrachten. Viele Besucherinnen und Besucher werden vertraute Gesichter, Häuser oder Straßenzüge erkennen und dabei feststellen, wie eng persönliche Erinnerungen und Ortsgeschichte miteinander verbunden sind.

Begleitpublikation und Ausstellungseröffnung
Begleitend zur Ausstellung erscheint die Publikation „Kesting in Daseburg – Eine kleine Ortsgeschichte in Bildern von 1949 bis 1973“, die für 10 Euro im Museum im „Stern“ erworben werden kann und die präsentierten Fotografien dauerhaft zugänglich macht.

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Dienstag bis Sonntag zwischen 14:30 Uhr und 17:00 Uhr ist das Museum im „Stern“ geöffnet. 
Der Eintritt ist frei.